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Mit dem Fahrrad durch Chinas Geschichte: Eindrücke und Perspektiven auf zwei Rädern
![]() Am 9. April 2026 lud das Chinesische Kulturzentrum Berlin im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Eine Geschichte Chinas“ zu einem besonderen Abend ein. Unter dem Titel „Himalaya, Seidenstraße und der Lange Marsch – mit dem Fahrrad durch das Reich der Mitte“ berichtete der China-Experte, Reiseunternehmer und Autor Volker Häring von seinen außergewöhnlichen Erlebnissen unterwegs. Diese Veranstaltung stand im Zeichen des freien Reisens durch China. Ob zu Fahrrad oder mittels anderer Fahrzeuge: Mit deutschem Pass ist es aktuell für touristische Aufenthalte von bis zu 30 Tagen möglich, visafrei nach China einreisen – eine Regelung, die vorerst noch bis Ende des Jahres gilt. ![]() Häring, der seit mittlerweile vier Jahrzehnten durch China reist und immer wieder neue Teile des Landes mit dem Fahrrad erkundet, gewährte dem Publikum persönliche Einblicke in die tiefgreifenden Veränderungen Chinas – sowohl in urbanen Zentren als auch in ländlichen Regionen. Als jemand, der nicht nur Fachwissen über China mitbringt, sondern auch der chinesischen Sprache mächtig ist, gelang es ihm auf nahbare und anschauliche Weise seine Reiseerfahrungen zu teilen und gleichzeitig Wissen über China zu vermitteln. Besonders großes Interesse galt Herings neuester, außergewöhnlicher Leistung: Als erster Deutscher hat er den historischen Langen Marsch der Roten Armee mit dem Fahrrad zurückgelegt – eine Reise von über 7000 km. Dieses prägende Ereignis der chinesischen Geschichte, dessen 90. Jubiläum in diesem Jahr begangen wird, hat Chinas Zukunft nachhaltig geformt. So betonte ein älterer Herr, dem Häring auf seiner Strecke begegnet war, das heutige China lasse sich nur verstehen, wenn man den Langen Marsch kenne. Dieser Aspekt blieb auch dem deutschen Generalkonsul in Shanghai außer Dienst, Wolfgang Röhr, im Gedächtnis. Auch zeigte dieser sich neugierig angesichts der physischen Anforderungen einer solchen Reise – insbesondere in Hochgebirgsregionen wie dem Himalaya. Aus eigener Erfahrung mit Tibet-Reisen weiß er um die Herausforderungen großer Höhen. Das langsame Reisen per Fahrrad sei in seinen Augen die beste Form des Reisens. ![]() Unter den Gästen fanden sich Chinabegeisterte verschiedenster Hintergründe. Die Sinologin Kathleen Wittek hatte das Buch über Härings letzte Fahrradreise gelesen und freute sich, auf der Veranstaltung mehr über den Langen Marsch zu lernen. Obwohl sie selbst eine solche Fahrradtour als sehr herausfordernd empfindet, hob sie hervor, dass gerade das langsame Reisen einen intensiven Zugang zu Landschaft und Menschen ermögliche. Auch das Publikum insgesamt zeigte großes Interesse an den praktischen Aspekten der Reisen: von Sprachkenntnissen über die Dauer der Strecke bis hin zu den körperlichen Anforderungen in großen Höhen. Die verdeutlichte, wie sehr der Vortrag bei vielen Gästen offenbar die Lust weckte, selbst einmal China auf zwei Rädern zu entdecken. Der Abend zeigte, wie Reisen, Geschichte und persönliche Begegnungen miteinander verschmelzen können – und wie ein Perspektivwechsel auf zwei Rädern neue Zugänge zu einem faszinierenden Land eröffnet. |
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