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„Cloud-Reise durch China“ --„Kulturreiches China“

Culture Talk— Die Welt spricht über Chinas Kultur



Der russische Botschafter in China, Andrei Denisov, ist selbst Sinologe und zeigt großes Interesse gegenüber der klassischen chinesischen Philosophie, der Geschichte und den darstellenden Künsten. Im Laufe der Jahre sei seine Begeisterung für die Pekingoper und später auch für den chinesischen Film stetig gewachsen. Insbesondere unter jungen Russen seien chinesische Actionfilme, das Essen und Kampfkunst sehr beliebt. Die Zusammenarbeit Chinas und Russlands im kulturellen Bereich sei ihm ein besonderes Anliegen und so hoffe er auch in Zukunft den Austausch und das gegenseitige Verständnis beider Völker füreinander durch den Tourismus zu fördern.

Fernando Lugris, Botschafter Uruguays in China, äußert sich zur chinesischen Kultur wie folgt: „Die chinesische Kultur ist so umfangreich und mir fällt nichts ein, das nicht auf irgendeine Weise mein Interesse, meine Aufmerksamkeit weckt.“ Seine besondere Liebe gilt der chinesischen Kochkunst und so meint er „chinesisches Essen ist ein grundlegender Bestandteil der chinesischen Kultur.“ Besondere Faszination übe auch die Bildende Kunst in China auf ihn aus. Insbesondere neue Trends in der chinesischen Kunstwelt, hervorgerufen durch eine moderne Herangehensweise junger chinesischer Künstler, hätten ihn wachgerüttelt. So würden diese Künstler ein neues Bild Chinas schaffen, welches nicht nur die uralte chinesische Geschichte widerspiegelt, sondern auch wegweisend für die Zukunft sei.

Dhia Khaled, Botschafter Tunesiens in China, begeistert sich für alte chinesische Gesänge. Die chinesische Kultur sei von einer unverkennbaren Schönheit, jeder Aspekt verfüge über eine eigene Tiefe. Über die Zusammenarbeit der beiden Staaten äußert sich der Botschafter: „Wir arbeiten hart daran, die Zusammenarbeit beider Länder im Wirtschafts- und Tourismusbereich zu fördern. Insbesondere freue ich mich über eine weitere Vertiefung des Austauschs in den Bereichen der Geisteswissenschaften und Kultur."

Piriya Khempon ist Botschafter des Königreichs Thailand in China. Seine unzähligen Reisen durch das Land gleichen einer Entdeckungsreise der vielseitigen Regionalküchen Chinas, die er allesamt würdigt. Seines Erachtens nach zählen chinesische Köche zu den besten der Welt und „chinesische und thailändische Kochkünste weisen viele Parallelen zueinander auf, denn in Thailand finden sich viele traditionelle Einflüsse aus China wieder.“ Durch die verschiedenen regionalen Gegebenheiten seien jedoch unterschiedliche Zubereitungsweisen und Zutaten entstanden, welche unser Leben und unsere Kultur bis heute prägen und auf einzigartige Weise bereichern. „Essen ist Tradition und es erleichtert uns das gegenseitige Verständnis, es ermöglicht uns einen unmittelbaren kulturellen Zugang.“ Wer sich mit den Essgewohnheiten einer Kultur auseinandersetzt, der erhält ein Verständnis für die unterschiedlichen Lebensgewohnheiten der Menschen. So betont der Botschafter die zentrale Bedeutung des Austauschs zwischen den Menschen in China und in Thailand. Seiner Meinung nach seien die Menschen Chinas und Thailands Teil einer Familie und stehen somit in enger Beziehung zueinander.



Ali Al Dhaheri ist Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate in China. Er ist über die vielen Gelegenheiten seiner Arbeit, verschiedene Orte in China zu bereisen und dabei in den Genuss einer reichen Kultur zu kommen, hocherfreut. „Chinas reiches kulturelles Erbe erweckt in mir eine Sehnsucht, ich hoffe insbesondere, dass auch meine Kinder dieses Interesse teilen.“ Der Botschafter hofft, die Zeit in China bald mit seiner Familie teilen zu können.



Stanley Loh, Botschafter Singapurs in China, meint China und Singapur seien zwar unterschiedliche Staaten, würden sich auf Grund gemeinsamer Vorfahren jedoch viele kulturelle Merkmale teilen. Beide ostasiatische Staaten würden großen Wert auf Familienzugehörigkeit, das soziale Gefüge sowie gegenseitige Hilfeleistungen legen. Im Gespräch über die Rolle von Kultur im gegenseitigen Austausch zwischen beiden Staaten hebt der Botschafter die besondere Bedeutung des Essens hervor. Als kultureller Eckpfeiler wird dem Essen eine besondere Rolle bei der Vertiefung des gegenseitigen Verständnisses und der Freundschaft verschiedener Völker zuteil. Aus Sicht des Botschafters sind die für Singapur typischen Hawker Center ein gutes Beispiel für den gelebten Kulturaustausch auf Basis einer durch Kulinarik geprägten kulturellen Verständigung. Diese öffentlichen Räume dienen als Treffpunkte der Einwohner Singapurs über die Grenzen der Volkszugehörigkeit hinweg, Menschen verschiedener Herkunft und mit unterschiedlichem Einkommen treffen hier aufeinander. „Hier stehen Millionäre und Handwerker in der gleichen Schlange für eine Schale Wantan“, so der Botschafter. Dies trage dazu bei, kulturelle Eigenheiten zu pflegen und gleichzeitig ein gegenseitiges Verständnis unter Menschen verschiedener Herkunft zu schaffen. Dies fördere Vertrauen und würde gleichzeitig auch bestehende Vorurteile sowie Missverständnisse abbauen.



Eoin O’Leary, Botschafter der Republik Irland in China, ist fasziniert von der chinesischen Sprache. Beim Versuch verschiedene chinesische Literaturklassiker, wie den Traum der Roten Kammer, zu lesen sei ihm die Tiefgründigkeit der alten chinesischen Sprache aufgefallen. Seiner Meinung nach ist die chinesische Sprache zugleich ein Spiegel der chinesischen Kultur. Wie die Sprache so sei auch das Land überaus vielseitig: „Wohin man in China auch reist, jede Region in China verfügt über ihre lokalen Speisen und über einzigartige Sitten und Gebräuche. Dies zu erleben hat mir die Augen geöffnet.“



Die Botschafterin Litauens in China, Ina Marciulionyte, lebt bereits seit vielen Jahren im Land und ist mit vielen traditionellen chinesischen Bräuchen vertraut. Ein besonderes Interesse verbindet sie mit dem immateriellen Kulturerbe Chinas, wie dem chinesischen Scherenschnitt. Auch in Litauen sei diese Kunst weit verbreitet, jedoch sei die chinesische Tradition wesentlich älter. Farben und Entwürfe seien in beiden Ländern sehr unterschiedlich, jedoch ließen sich Herstellungstechniken miteinander vergleichen. „Sowohl in Beijing als auch in Shanghai leben litauische Künstlerinnen und Künstler, denen die Sprachbarriere nichts anhaben kann, da sie mit ihren chinesischen Künstlerkollegen durch den Scherenschnitt eine gemeinsame Kommunikationsbasis gefunden haben.“ Eine weitere Leidenschaft der Botschafterin sei chinesisches Porzellan, allem voran ihre Liebe zu chinesischem Seladon und seiner graugrünen Glasur.



Im Gespräch äußert sich Carsten Damsgaard, Botschafter des Königreichs Dänemark in China, zur chinesischen Kultur: „China verfügt über eine alte, vielseitige und reiche Kultur, die Menschen auf der ganzen Welt in ihren Bann zieht. Als Däne geht es mir genauso.“ Die dänische Gestaltungskunst habe das skandinavische Design maßgeblich geprägt. Es genieße einen herausragenden Ruf und nehme weltweit eine Vorreiterstellung ein. So äußert sich der dänische Botschafter natürlich auch zur chinesischen Gestaltungskunst. Er selbst sei von chinesischen Holzmöbeln der Ming-Dynastie, von deren Gestaltung und traditionellen Herstellung besessen. Viele berühmte dänische Designer hätten sich in Ihren Entwürfen durch chinesische Einrichtungen der Ming-Zeit inspirieren lassen, was sich bei näherer Betrachtung unschwer erkennen ließe.



In seinem Interview mit der Online-Ausgabe der China Daily spricht der Botschafter Argentiniens in China, Diego Ramiro Guelar, über die wachsende Popularität chinesischer Kultur in Argentinien, die aufkeimende chinesische Tangobewegung und die Zukunft des kulturellen Austauschs zwischen beiden Ländern. Auch wenn die Ursprünge des Tangos in Argentinien liegen, so habe er jedoch inzwischen in China eine weitere Heimat gefunden. Die Entwicklungen hier überträfen alle Erwartungen und, bei allen Gemeinsamkeiten, ist es interessant zu beobachten, welch einzigartige Merkmale der Tanz in China hervorgebracht habe. Aus der Sicht des Botschafters sei das effektivste Mittel zur Vertiefung des gegenseitigen Austauschs beider Länder weiterhin die Förderung des Tourismus und des Handels. „Reisende sind die besten Friedensbotschafter“, so der Botschafter.