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Vom Lössplateau Shaanxis an die Spree: Die Qinqiang-Oper erobert die Bühne



In der letzten Juniwoche 2026 erstrahlte das Chinesische Kulturzentrum Berlin in den prächtigen Farben der Gewänder einer ganz besonderen Delegation. Zu Gast waren Darstellerinnen und Darsteller der Qinqiang-Oper aus dem Nordwesten Chinas, die neben farbenfrohen Gewändern und kraftvollem Gesang auch den urwüchsigen Charme dieser uralten Operntradition mit nach Berlin brachten.

Tatsächlich ist die Qinqiang eine der ältesten Operntraditionen Chinas. Mit Wurzeln in den Weiten des gelberdigen Lössplateaus der Provinzen Shaanxi und Gansu ist diese Schule mittlerweile schon nationales Kulturerbe geworden und auch gerade erst in diesem Jahr durch eine von Zhang Yimou produzierte Serie (主角 zhǔjué „die Protagonistin“) zu neuer Berühmtheit gekommen.

Die Jugend von heute liebt Qinqiang

Das Programm begann mit dem Besuch des Ehrenfried-Walther-von-Tschirnhaus-Gymnasiums aus Dresden, deren chinesischlernender Nachwuchs eine authentische Kostprobe der Qinqiang-Techniken bekam. Dazu gehörten auch die langen Fasanenfedern auf dem Kopf eines Darstellenden. Durch das Wirbeln und Schwingen dieser lassen sich auf der Bühne unter anderem Gefühle ausdrücken und Situationen darstellen. Besonders gefiel den Schülerinnen und Schülern, dass sie die Gewänder selbst anprobieren konnten. Eine mutige Schülerin ließ sich sogar schminken – das kann bis zu zwei Stunden dauern! In Shaanxi gibt es auch Grundschulen, die schon intensiv Qinqiang unterrichten – man kann also nie früh genug anfangen, den Nachwuchs für diese einzigartige, abwechslungsreiche Opernform zu begeistern.




Das Showbiz schläft nicht – vom Flashmob auf die Bühne

Nach aufwendiger Vorbereitung zogen die Darstellenden am Vormittag des 24. Juni in voller Qinqiang-Montur auf einen geschäftigen Platz in Zentrum Berlins. Trotz Temperaturen über 30 Grad formte sich eine Traube neugieriger Zuschauender und nicht wenige wollten ein exklusives Selfie mit den Darstellenden ergattern.

Nach einer kurzen Pause ging es dann noch einmal in die Maske, denn die große Aufführung „Farbenpracht und Donnerkraft“ im Chinesischen Kulturzentrum stand vor der Tür.




Das Publikum kam aus dem Staunen nicht mehr heraus

Die Aufführung vor vollem Saal begann mit einer musikalischen Darbietung auf der zweisaitigen Banhu – das Pflichtinstrument bei jeder Qinqiang-Oper.

Es folgten mehrere Ausschnitte aus bekannten Qinqiang-Opern, um das breite Spektrum an Techniken der Qinqiang zu präsentieren. Kombiniert mit Gesang, zeigten die Artisten Szenen auf dem Pferd, eine heikle Kampfszene im Dunkeln sowie auch die berühmte Szene „Aufruhr im Himmelspalast“ aus „die Reise nach Westen“. Akrobatische Elemente wie Überschläge und komplizierte Sprünge, sowie Stockwirbel und Jonglage raubten dem Publikum den Atem.



Nach nicht abebben wollendem Applaus ging dieser Besuch voller „Farbenpracht und Donnerkraft“ erfolgreich zu Ende.
Es ist schön zu sehen, wie die Kunst – und in diesem Falle die Qinqiang – immer wieder als Brücke zwischen den Kulturen fungiert und gegenseitiges Interesse fördert.



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