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Baukünste im Alten China – „Acht bauliche Meisterwerke“ in der Verbotenen Stadt



Als Kaiser Yongle von Ming als dritter Monarch der Ming-Dynastie im Jahr 1406 den Bau der Verbotenen Stadt verfügte war dies die Geburtsstunde eines großartigen Palastbaus. Als weltweit größter, antiker und heute noch vollständig erhaltener Palastkomplex in Holzbauweise bildet er eine abgeschlossene und vollkommene Komposition traditioneller chinesischer Palastbautechniken nach ihren strengen Formen und klar vorgegebenen Linien. Die großen Baukünste des Alten Chinas, Erd-, Stein-, Holz- und Fliesenarbeiten sowie Öl- und Dekormalereien, Papierklebearbeiten und die durch komplexe Gerüstbauten gekennzeichnete Hochbauweise, sind wesentliche Charakteristika der Verbotenen Stadt. Diese in China als die „Acht baulichen Meisterwerke“ bezeichneten Baukünste, zählen heute zum immateriellen Kulturerbe Chinas.

Im Jahr 2020 feierte die Verbotene Stadt das 600. Jubiläum ihrer Fertigstellung. Zu diesem Anlass präsentiert das Pekinger Palastmuseum eine Reihe von acht Kurzfilmen zum Thema der „Acht baulichen Meisterwerke“. In den jeweils fünfminütigen Episoden werden neben der 600-jährigen Geschichte des chinesischen Kaiserpalastes auch die Essenz und Schönheit, die Ästhetik sowie Überlieferungen dieser über Generationen hinweg gepflegten Handwerkskünste thematisiert. Dabei wird deutlich, wie jede Ecke der Palastanlage, jeder Stein, jedes Stück Holz, jeder Ziegel, jedes Papier und jede Malerei ein kleines Stück chinesische Weisheit beinhaltet.

Folge 1: „Erdarbeiten: Ein stabiles Fundament, grundfest und tragend“



Die Pracht der Verbotenen Stadt lässt sich vor dem menschlichen Auge nicht verbergen. Voller Stolz präsentiert sie uns auch heute noch ihre großzügigen Formen und lässt uns den erhabenen Geist des chinesischen Kaiserreichs spüren. Einzig ihr Fundament bleibt dem Betrachter verborgen. Dabei sind es doch ausgerechnet diese mühsam ins Erdreich gearbeiteten Grundsteine, die dem Palast seit 600 Jahren Stabilität und Langlebigkeit verleihen. In dieser Episode werden die Errichtung des Palastfundaments und die dahinterstehenden Techniken anschaulich dargestellt.

Folge 2: „Steinarbeiten: Ein Mauerwerk, ausdauernd und stabil“


Als Steinarbeiten bezeichnen wir in der traditionellen chinesischen Architektur sämtliche Arbeiten, die mit der Errichtung von Steinbauten sowie dem Verputzen und Verschönern ihrer Oberflächen in Verbindung stehen. Diese Episode widmet sich den verschiedenen Verfahren der Steinverarbeitung und stellt diese an historischen Orten nach.

Folge 3: „Hochbauten: Wertvolle Stützen ermöglichen Wachstum“


Baugerüste, ihr spezieller Aufbau und verwendete Materialien sind ein Handwerk, dessen Geschichte bis ins chinesische Altertum zurückblickt. Ohne diese Techniken wäre die Errichtung eines monumentalen Bauwerks, wie der Verbotenen Stadt, nicht möglich gewesen. In dreidimensionalen Animationen erweckt diese Episode den Bauprozess des Palastes unter der Verwendung von Gerüsten erneut zum Leben.

Folge 4: „Holzarbeiten: Harmonische Zimmerei“


Holzarbeiten bilden einen zentralen Bestandteil der traditionell chinesischen Bauweise. Als weltweit größter erhaltener Palastkomplex in Holzbauweise konzentriert die Verbotene Stadt die damit verbundenen Techniken an einem Ort. In dieser Episode werden diverse bei der Holzverarbeitung verwendete Werkzeuge und Techniken sowie die in der Verbotenen Stadt angewandten Konstruktionsweisen vorgestellt.

Folge 5: „Fliesenarbeiten: Dynamik und Statik zugleich“


Bei chinesischen Fliesenarbeiten handelt es sich um eine besonders traditionsreiche und aufwändige Handwerkskunst, die der Verschönerung von Gebäuden vom Boden bis hin zum Giebel dient. Aus Erde gewonnen und im Feuer geformt, schützen die Keramiken in der Form von Ziegeln sowohl Dächer als auch die darunter lebenden Menschen vor Wind und Wetter. Diese Episode widmet sich den Dachziegeln auf den Giebeln der Verbotenen Stadt, ihrer Pracht und dem mühsamen Weg ihrer Herstellung.

Folge 6: „Ölmalereien: Großzügige Weite“


Ölmalereien dienen in der Verbotenen Stadt vor allem dem Schutz der edlen Hölzer und Balken. Das komplizierte Verfahren, das zahlreiche Materialien hinzuzieht, darunter Öl, Asche und Hanf, verleiht dem Palast nicht nur sein charakteristisches Zinnoberrot sondern leistet auch einen wertvollen Beitrag zum jahrhundertelangen Erhalt der hölzernen Bauteile. Diese Episode zeigt den Prozess der Ölherstellung vom ersten bis zum letzten Schritt.

Folge 7: „Dekormalereien: Des Holzes feine Tracht“


Die Dekormalereien der verbotenen Stadt erstrecken sich über die gesamte Anlage und lassen sich auf Wänden, Säulen, Balken und Decken der Paläste wiederfinden. Neben ihrer dekorativen Funktion dienen die Darstellungen in der Verbotenen Stadt vor allem auch der Hierarchisierung und Funktionszuweisung der zahlreichen Gebäude und Kammern. Dabei bieten sie in ihren Bildern eine umfassende Erzählung chinesischer Geschichte, Traditionen und Mythen. Diese Episode wirft einen Blick auf restaurierte Dekormalereien in der Verbotenen Stadt und lässt diese erneut aufleuchten.

Folge 8: „Papierarbeiten: Weiche Schale, harter Kern“


Papierarbeiten haben eine lange Tradition in China. Bereits im Altertum diente das Material der Ausgestaltung von Innenräumen prachtvoller Gebäude. Decken, Wänden, Türen und Fenstern diente das Papier als feiner Schmuck, um diverse feierliche und prachtvolle Szenen herzurichten. Allerdings diente es auch dem Schutz der Innenräume vor Feuchtigkeit oder Staub und eignete sich hervorragend als Dämmmittel, zur Regulierung des Wärmeaustauschs. Mit dieser Episode wollen wir einen Grundsatz der chinesischen Bauästhetik „Weiche Schale, harter Kern“ neuinterpretieren.